Crowdsourcing: Neues davon, wie die Masse der Konsumenten für große Unternehmen freiwillig Ideen entwickelt
Okt
24
Erstellt von:
24.10.2011 12:21
Nokia sucht einen neuen, offiziellen Klingelton. Konsumenten und Kreative auf der ganzen Welt sind darum aufgerufen, eine neue Version der bekannten Nokia Melodie zu komponieren. Der Sieger-Titel wird dann ab 2012 auf über 100 Millionen Nokia Handys weltweit als Standard-Melodie installiert. Außerdem erhält der Erfinder als Belohnung ein Preisgeld in Höhe von 10.000 US-Dollar. Auf der Internetseite http://nokiatune.audiodraft.com können die Einsender-Beiträge dann angehört und darüber abgestimmt werden.
Die aktuelle Nokia Melodie stammt übrigens aus der Komposition "Grand Vals" des Spaniers Francisco Tárrega (1852 - 1909). Erstmals 1994 wurde sie für die Nokia 2100 Serie als Klingelton verwendet. Seit ihrer Einführung gilt sie als einer der meistgespielten Klingeltöne überhaupt; bei unzähligen Nokia Mobiltelefonen ist sie vorinstalliert. Man schätzt, dass die Nokia Melodie jeden Tag über eine Milliarde Mal erklingt. Gesucht wird nun nach einer „frischen, ausdrucksstarken, originellen, kreativen und doch Nokia-typischen Melodie“. Die Teilnehmer sollen mit alten und neuen Nokia-Tönen spielen, aber sich auch an eigenen Arrangements versuchen. Einzige Bedingung: Der neue Klingelton darf nicht länger als 30 Sekunden sein. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 2. Oktober 2011.
Albert Calsina und Shari Bremer, zwei Absolventen der Miami Ad School, wollen mit ihrer Idee die Aktualisierung der Bilder bei Google´s Street View vorantreiben. Ihr Vorschlag lautet, die Flotte des Autoverleihers Hertz mit Kameras zu bestücken. Der Fuhrpark von Hertz in den USA ist riesig: Über eine halbe Million Fahrzeuge befinden sich in unzähligen Miet-Filialen, quer über das Land verteilt. Findet die Idee von Calsina und Bremer Gehör, so soll jedes einzelne dieser Vehikel alsbald mit einer Kamera bestückt werden. Kommt der Kfz-Mieter auf seiner Fahrt an einem Ort vorbei, von dem nur veraltete Bilder vorliegen oder der noch vollkommen unerschlossen, weil unfotografiert ist, kann umgehend das Aufnahmegerät aktiv werden und so automatisch dem Abbildungsdienst von Google neue und brandaktuelle Fotos liefern.
Nach Meinung der beiden Ideengeber hätte diese Vorgehensweise für alle Beteiligten nur Vorteile – eine Win-Win-Situation also. Autoverleiher Hertz könnte durch das Branding der Aufnahmen profitieren, Google und die Street-View-Nutzer natürlich durch die nun aktuelleren Daten, und auch die Fahrer der Mietwagen sollten nicht leer ausgehen. Ihnen winken Incentives, wie z.B. Rabatte oder Bonuspunkte. Schließlich käme noch ein positiver Nebenaspekt, mit Blick auf die Umwelt, hinzu: Auf eine Vergrößerung der firmeneigenen Google-Flotte an Kamera-Autos könnte dann doch getrost verzichtet werden. Nicht auf der Rechnung hatten die beiden Studenten jedoch die Meinung der Datenschützer; diese lehnen das Projekt als höchst bedenklich ab.